
Deutschlands Eishockey-Bühne
14 Teams, ein Sponsor im Namen und Playoffs, die regelmäßig die Papierform zerreißen — die DEL ist Deutschlands Eishockey-Bühne. Wer in Deutschland auf Eishockey wettet, kommt an der Deutschen Eishockey Liga nicht vorbei, auch wenn die NHL in Sachen Markttiefe und Quoteneffizienz eine andere Dimension darstellt. Die DEL hat für Wetter einen entscheidenden Vorteil: Sie ist die Heimatliga. Die Spiele laufen am Abend, die Teams sind bekannt, die Informationslage ist für deutschsprachige Wetter naturgemäß besser als bei jeder nordamerikanischen oder skandinavischen Liga.
Gleichzeitig bringt die DEL Eigenheiten mit, die sie von anderen Eishockey-Ligen unterscheiden und die man kennen muss, um fundiert zu tippen. Das Ligaformat mit Pre-Playoffs und Playoffs erzeugt eine Saisondynamik, die sich von der NHL erheblich unterscheidet. Die Kaderzusammensetzung mit Import-Kontingent und deutschen Spielern schafft Leistungsgefälle innerhalb der Teams, die sich nicht mit reinen Tabellenplatzierungen erfassen lassen. Und die Wettmarktabdeckung bei den Buchmachern fällt schmaler aus als bei der NHL — wer hier blind drauflostippt, findet weniger Märkte und bezahlt höhere Margen.
Dieser Guide behandelt die DEL ausschließlich aus der Perspektive des Wetters. Das Ligaformat wird erklärt, soweit es für Wettentscheidungen relevant ist. Die Wettmärkte werden eingeordnet, der Quotenschlüssel analysiert, und die Strategien, die speziell in der DEL funktionieren, von denen unterschieden, die man aus der NHL nicht einfach übertragen kann. Wer am Ende dieses Artikels die DEL als Wettliga versteht — mit ihren Stärken und ihren Grenzen —, ist besser aufgestellt als der Großteil der deutschen Eishockey-Wetter.
Ein Punkt, der von Anfang an klar sein sollte: Die DEL ist nicht die NHL, und sie versucht es auch nicht zu sein. Die Liga hat 14 Mannschaften statt 32, die Saisonlänge ist kürzer, die Kadertiefe geringer, und die mediale Aufmerksamkeit konzentriert sich auf wenige Standorte. Für Wetter ist das nicht zwingend ein Nachteil. Weniger Teams bedeuten besser einschätzbare Paarungen. Kürzere Saisons bedeuten weniger Rauschen in den Daten. Und die geringere Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bedeutet, dass die Buchmacher ihre Linien manchmal weniger sorgfältig kalkulieren als bei der NHL — was Gelegenheiten schafft, die es bei einer stärker beobachteten Liga nicht gäbe.
Ligaformat: Der Weg zum DEL-Titel
Grunddurchgang, Pre-Playoffs, Playoffs — der Weg zum Titel hat mehr Etappen als man denkt. Die DEL-Saison gliedert sich in mehrere Phasen, die sich in Intensität, Wettrelevanz und Quotenstruktur deutlich voneinander unterscheiden. Wer auf die DEL wettet, muss diese Phasen kennen, weil dieselbe Paarung im November anders zu bewerten ist als im März.
Der Grunddurchgang umfasst 52 Spiele pro Team: Jede Mannschaft trifft auf jede andere viermal — zweimal zu Hause, zweimal auswärts. Das ergibt eine ausgewogene Heimspiel-Auswärtsspiel-Verteilung, die für Wetter den Vorteil hat, dass saisonübergreifende Statistiken wie Heimsiegquoten oder direkte Duelle belastbar sind. 52 Spiele sind weniger als die 82 der NHL, aber genug, um ab der Saisonhälfte verlässliche Formkurven und Leistungsmuster abzulesen.
Nach dem Grunddurchgang folgen die Pre-Playoffs, ein Format, das es in der NHL nicht gibt. Die Teams auf den Plätzen 7 bis 10 spielen in einer kurzen Best-of-3-Serie um die letzten beiden Playoff-Plätze. Für Wetter sind die Pre-Playoffs ein Sonderszenario: Drei Spiele sind statistisch zu wenig für belastbare Muster, die Motivation ist extrem hoch, und die Ergebnisse sind entsprechend volatil. Quoten auf Pre-Playoff-Serien sind deshalb mit Vorsicht zu genießen — aber genau diese Unberechenbarkeit kann Gelegenheiten schaffen, wenn die Buchmacher die Quotenlinien auf Basis der Regular-Season-Tabelle setzen und die Sonderdynamik einer Alles-oder-nichts-Serie nicht vollständig einpreisen.
Die Playoffs selbst werden im Best-of-7-Modus ausgetragen, analog zur NHL. Die sechs besten Teams des Grunddurchgangs qualifizieren sich direkt, dazu kommen die zwei Gewinner der Pre-Playoffs. Ab dem Viertelfinale gelten die klassischen Playoff-Regeln: Heimrecht für das besser platzierte Team, und die Serie wird gespielt, bis ein Team vier Siege hat. In der DEL haben die Playoffs eine besondere Brisanz, weil die Leistungsdichte in den letzten Jahren zugenommen hat. Überraschungen im Viertelfinale sind keine Seltenheit — Teams auf Platz 7 oder 8, die über die Pre-Playoffs kommen und mit dem Rückenwind einer gewonnenen Kurzserie in die erste Playoff-Runde gehen, haben in der jüngeren DEL-Geschichte regelmäßig Favoriten gestürzt.
Für Wetter ergibt sich daraus eine klare Saisonstruktur: Der Grunddurchgang liefert die Datenbasis, die Pre-Playoffs sind ein Hochrisiko-Fenster, und die eigentlichen Playoffs folgen Mustern, die sich von der Regular Season unterscheiden. Wer alle drei Phasen versteht und seine Wettstrategie entsprechend anpasst, hat einen strukturellen Vorteil gegenüber Wettern, die die DEL als eine homogene Saison behandeln.
Ein Detail, das bei der Saisonplanung hilft: Die DEL-Saison beginnt in der Regel Mitte September und endet mit den Playoff-Finals im April. Das bedeutet, dass die DEL zeitlich mit der NHL überlappt, aber die Grunddurchgangsphase der DEL bereits läuft, wenn die NHL-Saison erst startet. Wer beide Ligen parallel bespielt, hat von September bis Oktober ein Zeitfenster, in dem die DEL die einzige aktive Top-Liga ist — und entsprechend die volle Aufmerksamkeit der europäischen Eishockey-Wetter auf sich zieht.
Ein struktureller Unterschied zur NHL, der für Wetter relevant ist: Die DEL hat keinen Auf- und Abstieg im klassischen Sinne, auch wenn Lizenzierungsfragen gelegentlich für Unruhe sorgen. Das bedeutet, dass kein Team am Tabellenende um den sportlichen Klassenerhalt kämpft — ein Faktor, der in Fußball-Ligen die Quotenstruktur der letzten Saisonwochen massiv beeinflusst. In der DEL fehlt dieser Motivationsschub am unteren Tabellenrand, was dazu führt, dass Teams ohne Playoff-Aussichten in den letzten Grunddurchgangswochen weniger engagiert auftreten. Für Wetter heißt das: Paarungen zwischen einem Playoff-Anwärter und einem bereits ausgeschiedenen Team sind in der Schlussphase oft einseitiger, als die Quoten suggerieren.
DEL-Wettmärkte: Was die Buchmacher anbieten
DEL-Wetten bieten weniger Tiefe als die NHL — aber genug, um profitabel zu arbeiten. Die Marktabdeckung bei DEL-Spielen fällt je nach Buchmacher und Spieltag unterschiedlich aus. Bei Top-Spielen wie den Derbys zwischen München und Ingolstadt oder zwischen den Kölner Haien und der Düsseldorfer EG bieten die großen Anbieter 40 bis 60 Märkte pro Spiel. Bei weniger prominenten Paarungen schrumpft das Angebot auf 20 bis 30 Märkte — und bei Freitagabendspielen, wenn alle Teams gleichzeitig spielen, variiert die Abdeckung je nach Priorität des Buchmachers.
Die Standardmärkte sind bei jedem Anbieter verfügbar: Dreiweg-Wette nach regulärer Spielzeit, Zweiweg-Wette inklusive Overtime und Shootout, Over/Under auf die Gesamttorzahl mit den gängigen Linien 4,5 und 5,5 sowie Handicap-Wetten. Drittelwetten werden bei den meisten Anbietern ebenfalls angeboten, allerdings oft nur für das erste Drittel — Wetten auf das zweite oder dritte Drittel sind bei DEL-Spielen seltener zu finden als bei der NHL.
Torschützenwetten — erster Torschütze, letzter Torschütze, jederzeit ein Tor — sind bei DEL-Spielen spürbar eingeschränkter als in der NHL. Nicht alle Buchmacher bieten diesen Markt an, und wenn, dann meist nur für die bekanntesten Offensivspieler. Das hat einen simplen Grund: Die Datenlage zu individuellen DEL-Spielern ist weniger umfangreich als bei NHL-Stars, und die Buchmacher scheuen das Risiko, Linien für Spieler zu setzen, deren Leistungsdaten weniger belastbar sind. Für Wetter, die sich in DEL-Spielerstatistiken gut auskennen, kann genau das zum Vorteil werden — die Quoten bei den wenigen verfügbaren Torschützenwetten sind oft großzügiger kalkuliert als in der NHL.
Langzeitwetten auf die DEL beschränken sich typischerweise auf den Deutschen Meister, den Grunddurchgang-Sieger und gelegentlich auf Playoff-Serienergebnisse. Die Markttiefe ist hier nicht vergleichbar mit der NHL, wo auch auf Divisions-Sieger, Conference-Champions oder individuelle Auszeichnungen gewettet werden kann. Wer DEL-Langzeitwetten spielen will, sollte früh in der Saison zuschlagen, denn die Quoten passen sich im Saisonverlauf schnell an, und die anfängliche Quotenbreite — die Differenz zwischen Favoriten und Außenseitern — schrumpft mit jedem Spieltag.
Ein praktischer Tipp: Wer regelmäßig auf die DEL wettet, sollte die Marktabdeckung bei mindestens drei Buchmachern vergleichen. Die Unterschiede sind in der DEL größer als bei der NHL, weil die Anbieter unterschiedliche Prioritäten setzen. Manche Buchmacher investieren mehr Ressourcen in die DEL als andere, was sich in tieferen Märkten und schärferen Quoten niederschlägt. Der Quotenvergleich ist bei der DEL kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
Quotenvergleich: DEL gegen den Rest
Der Quotenschlüssel in der DEL fällt niedriger aus als in der NHL — das hat Gründe. Der Quotenschlüssel, also der Auszahlungsschlüssel, den ein Buchmacher anbietet, hängt direkt vom Wettvolumen ab. Je mehr Geld auf einen Markt fließt, desto kleiner kann die Marge des Buchmachers ausfallen, weil das Volumen die Einnahmen sichert. Bei NHL-Spielen, die weltweit bespielt werden, liegt der Quotenschlüssel für die Moneyline bei den Top-Anbietern zwischen 94 und 97 Prozent. Bei DEL-Spielen bewegt sich derselbe Markt typischerweise zwischen 89 und 93 Prozent — ein Unterschied, der über eine Saison mit hundert Wetten mehrere Prozentpunkte Rendite ausmacht.
In konkreten Zahlen: Wenn ein NHL-Buchmacher für ein Spiel Quoten von 1,85 und 2,05 anbietet, ergibt sich ein Quotenschlüssel von rund 95 Prozent. Für ein vergleichbares DEL-Spiel könnten die Quoten bei 1,75 und 1,95 liegen — ein Schlüssel von etwa 91 Prozent. Der Wetter bezahlt also vier Prozent mehr an Marge, was bedeutet, dass er eine entsprechend höhere Trefferquote braucht, um langfristig profitabel zu bleiben. Wer aus der NHL kommt und die dortigen Quotenniveaus gewohnt ist, muss bei der DEL seine Erwartungen anpassen.
Der Grund für die niedrigeren Quotenschlüssel liegt nicht in der Qualität der Liga, sondern im Wettvolumen und in der Risikoberechnung der Buchmacher. Die DEL wird primär von deutschsprachigen Wettern bespielt, das internationale Interesse ist gering. Weniger Geld auf dem Markt bedeutet höhere Varianz für den Buchmacher — und höhere Varianz wird durch höhere Margen kompensiert. Bei Spitzenspielen wie den Playoffs steigt das Wettvolumen, und die Quotenschlüssel nähern sich dem NHL-Niveau an. Bei regulären Grunddurchgangsspielen am Freitagabend bleibt der Unterschied bestehen.
Für den Quotenvergleich innerhalb der DEL gilt: Die Unterschiede zwischen den Buchmachern sind bei der DEL oft größer als bei der NHL. Während bei einem NHL-Spiel die Moneyline-Quoten bei den fünf größten Anbietern selten mehr als 0,05 auseinanderliegen, können bei einem DEL-Spiel Differenzen von 0,10 bis 0,15 auftreten. Das klingt nach wenig, summiert sich aber: Wer konsequent die beste verfügbare Quote spielt, gewinnt über eine Saison den Gegenwert mehrerer Einsätze zurück.
Ein Aspekt, der beim Quotenvergleich oft übersehen wird: Die Quotenbewegung vor DEL-Spielen ist weniger dynamisch als bei der NHL. Weil weniger Geld auf den Markt fließt, verschieben sich die Eröffnungsquoten bis zum Anpfiff langsamer. Das ist ein zweischneidiges Schwert — einerseits bleiben Value-Quoten länger stehen, andererseits reagiert der Markt langsamer auf neue Informationen wie Verletzungsmeldungen oder Aufstellungsänderungen. Wer früh am Spieltag die Kaderinformationen prüft und vor der Masse reagiert, kann bei DEL-Spielen von Quoten profitieren, die in der schnelleren NHL bereits korrigiert wären.
Auch im Vergleich mit anderen europäischen Eishockey-Ligen steht die DEL quotentechnisch nicht an der Spitze. Die schwedische SHL und die finnische Liiga werden international breiter bespielt, was bei einigen Buchmachern zu leicht besseren Quotenschlüsseln führt. Die Schweizer National League liegt etwa auf DEL-Niveau. Wer zwischen europäischen Ligen auswählen kann und primär auf die Quoten schaut, sollte die Quotenschlüssel über mehrere Spieltage hinweg vergleichen, bevor er sich festlegt. Die Renditeunterschiede zwischen einer Liga mit 91 und einer mit 93 Prozent Quotenschlüssel klingen marginal, machen über 200 Wetten aber den Unterschied zwischen Plus und Minus.
DEL-Wettstrategien: Heimstärke und andere Hebel
Heimstärke in der DEL ist messbar — und verwertbar. Der Heimvorteil im deutschen Eishockey fällt konsistent höher aus als in der NHL. Während die NHL bei rund 54 Prozent Heimsiegen liegt, weist die DEL in den meisten Saisons Werte zwischen 55 und 58 Prozent auf. Der Grund liegt in der Reisebelastung und der Zuschauerkultur: DEL-Hallen wie die SAP Arena in Mannheim oder die Lanxess Arena in Köln erzeugen eine Atmosphäre, die Gastteams spürbar unter Druck setzt, und die kürzeren Reisewege innerhalb Deutschlands verringern den Ermüdungsfaktor für Heimteams nicht so stark, wie man annehmen könnte — denn auch die Auswärtsteams reisen kürzer.
Die Schlussfolgerung für Wetter: In Paarungen mit engem Kräfteverhältnis verdient das Heimteam in der DEL einen leichten Zuschlag gegenüber der reinen Tabellenposition. Wenn die Quoten für eine ausgeglichene Partie bei 2,20 für den Heimsieg stehen, impliziert der Buchmacher eine Siegwahrscheinlichkeit von etwa 45 Prozent. Die historischen DEL-Daten zeigen aber, dass in solchen Konstellationen die tatsächliche Heimsiegquote eher bei 50 bis 52 Prozent liegt. Die Differenz ist klein, aber über viele Wetten hinweg akkumuliert sie sich.
Eine zweite Strategie, die speziell in der DEL greift: die Analyse der Import-Spieler. Jedes DEL-Team darf eine begrenzte Anzahl ausländischer Spieler einsetzen, und diese Importe machen oft den Unterschied zwischen den oberen und unteren Tabellenplätzen aus. Wenn ein Import-Stürmer oder ein ausländischer Torwart verletzt ausfällt, trifft das DEL-Teams proportional härter als NHL-Teams, weil die Kadertiefe geringer ist. Verletzungsinformationen sind deshalb bei der DEL eine besonders wertvolle Ressource — und sie werden in den Quoten nicht immer vollständig eingepreist, weil die Buchmacher den Einfluss einzelner Spieler in kleineren Ligen schwerer modellieren können.
Die dritte Strategie betrifft die Saisonphasen. Im Grunddurchgang zeigen viele DEL-Teams ein zyklisches Leistungsmuster: starker Saisonstart, Durchhänger um die Jahreswende, und eine Schlussphase, in der Teams je nach Tabellenposition entweder Gas geben oder ihre Kräfte für die Playoffs schonen. Dieses Muster beeinflusst die Quoten, wenn man es richtig liest. Ein Team auf Platz 3, das im Februar scheinbar schwächelt, tut das möglicherweise absichtlich — Rotation, Schonung der Topspieler, taktisches Experimentieren. Die Quoten werten diese Phase als Formschwäche und bieten höhere Quoten auf den Gegner. Wer den Unterschied zwischen echter Schwäche und kalkulierter Schonung erkennt, findet genau dort Value.
Nicht zuletzt: Die DEL-Playoffs folgen ihren eigenen Gesetzen. Der Heimvorteil steigt in den Playoffs nochmals an, weil die Atmosphäre bei ausverkauften Playoff-Spielen eine andere Intensität erreicht als im Grunddurchgang. Teams, die über die Pre-Playoffs ins Viertelfinale eingezogen sind, bringen oft einen Schwung mit, der sich in den Quoten nicht vollständig abbildet. Und die Best-of-7-Serien erzeugen nach dem zweiten oder dritten Spiel Quotenverschiebungen, die sich lohnen zu beobachten — auch wenn man die ersten Spiele einer Serie bewusst nicht bespielt und erst einsteigt, wenn die Datenlage innerhalb der Serie dichter wird.
Eine letzte strategische Überlegung betrifft die Torwart-Frage. In der DEL ist die Kluft zwischen dem Starter und seinem Backup bei vielen Teams größer als in der NHL, weil die Budgets für die Torhüterposition begrenzter sind. Wenn der Stammtorwart ausfällt — sei es durch Verletzung, Sperre oder planmäßige Rotation an einem Doppelspieltag —, sinkt die Leistung des betroffenen Teams oft überproportional. Wer die Torwart-Situation bei allen 14 DEL-Teams im Blick behält und frühzeitig erkennt, wann ein Backup zwischen die Pfosten rückt, hat bei der DEL einen Analysevorsprung, den die Quoten nicht immer abbilden.
DEL-Livewetten: Gleichzeitig ist das Problem
DEL-Livewetten haben einen Nachteil: Die Abendspiele laufen alle gleichzeitig. An einem typischen DEL-Freitagabend starten sechs oder sieben Spiele um 19:30 Uhr — und der Wetter muss sich entscheiden, welches Spiel er live verfolgt und welches er nur über den Ticker begleitet. Das ist ein strukturelles Problem, das die NHL in dieser Form nicht hat, weil dort die Anstoßzeiten über den Abend verteilt sind. Für DEL-Livewetter bedeutet das: Fokussierung auf ein oder zwei Spiele pro Abend ist Pflicht, alles andere wird zum Raten.
Wer sich für ein Spiel entscheidet, findet in der DEL-Livewetten allerdings durchaus Chancen. Die Drittelpausen bieten — wie in jeder Eishockey-Liga — ein Zeitfenster für fundierte Live-Wetten auf den nächsten Spielabschnitt. Die Daten des ersten Drittels liegen vor, der Spielverlauf gibt Aufschluss über die Kräfteverhältnisse, und die Live-Quoten für das zweite Drittel oder für die Gesamtpartie passen sich an. In der DEL kommt ein Faktor hinzu, der bei der NHL weniger ausgeprägt ist: Die Zuschauerstimmung in der Halle beeinflusst den Spielverlauf spürbar, und wer das Spiel über einen Stream oder Live-Ticker verfolgt, kann die Atmosphäre als zusätzlichen Indikator nutzen.
Die Livewetten-Märkte bei DEL-Spielen sind schmaler als bei der NHL. Die meisten Buchmacher bieten live die Zweiweg-Wette, Over/Under und gelegentlich das nächste Tor an. Handicap-Wetten sind live oft nicht verfügbar, und Spezialmärkte wie Torschütze oder Strafzeiten werden in Echtzeit bei DEL-Spielen nur selten angeboten. Die Konsequenz: Wer DEL-Livewetten spielt, bewegt sich in einem engeren Marktkorridor und muss seine Einschätzungen in die wenigen verfügbaren Märkte umsetzen.
Ein taktischer Ansatz, der bei DEL-Livewetten funktioniert: die Over/Under-Wette im dritten Drittel. Wenn ein Spiel nach zwei Dritteln 1:1 oder 2:1 steht und das zurückliegende Team in der Regular Season eine starke Schlussphase gezeigt hat, steigen die Chancen auf ein torreiches drittes Drittel. Die Buchmacher setzen die Live-Over/Under-Linie für das dritte Drittel auf Basis des bisherigen Spielverlaufs — aber sie berücksichtigen nicht immer, wie aggressiv ein Team in den letzten 20 Minuten aufspielt, wenn es um Punkte kämpft. In der DEL, wo die Playoff-Qualifikation oft bis zum letzten Spieltag offen ist, entstehen in der Schlussphase der Saison regelmäßig solche Konstellationen.
Abschließend zur Infrastruktur: Live-Streams von DEL-Spielen sind bei den Buchmachern in der Regel nicht verfügbar. Wer DEL-Livewetten ernsthaft betreiben will, benötigt einen separaten Zugang — über den DEL-eigenen Streaming-Dienst oder vergleichbare Angebote. Ein reiner Live-Ticker reicht für informierte Livewetten nicht aus, weil er die Spielintensität, Linienkombinationen und taktische Anpassungen nicht abbildet. Die Investition in eine zusätzliche Live-Quelle zahlt sich aus, wenn man regelmäßig DEL-Livewetten auf dem Zettel hat.
Der Puck hinter der Bande
Die DEL ist nicht die NHL — aber wer das als Nachteil sieht, hat die Liga nicht verstanden. Die Deutsche Eishockey Liga bietet dem aufmerksamen Wetter etwas, das die NHL in dieser Form nicht liefert: Überschaubarkeit. 14 Teams, vier Begegnungen pro Paarung im Grunddurchgang, eine Kadergröße, die man mit vertretbarem Aufwand durchdringen kann. Wer sich die Mühe macht, alle 14 Teams über eine halbe Saison zu verfolgen, kennt die Liga besser als die meisten Buchmacher-Algorithmen sie modellieren.
Die niedrigeren Quotenschlüssel sind ein realer Nachteil, das steht außer Frage. Aber sie werden teilweise kompensiert durch die größere Quotenstreuung zwischen den Anbietern, durch die langsamere Quotenbewegung und durch die Tatsache, dass Informationsvorsprünge in einer weniger beobachteten Liga länger Bestand haben. Ein verletzter Import-Spieler, eine Torwart-Rotation, eine taktische Umstellung — solche Informationen sind in der DEL für den deutschsprachigen Wetter leichter zu beschaffen als bei einer nordamerikanischen Liga, die man über Zeitzonen hinweg verfolgen muss.
Die DEL ist ein Wettmarkt für Spezialisten. Wer sich auf diese Liga einlässt, sie ernst nimmt und die Eigenheiten — vom Import-Kontingent bis zur Pre-Playoff-Dynamik — in seine Analyse integriert, arbeitet in einer Nische, die von Gelegenheitswettern kaum besetzt wird. Und in Nischen liegt bekanntlich das Geld, das die breite Masse liegen lässt.
Wer die DEL als Wettliga wirklich ernst nehmen will, braucht drei Dinge: einen zuverlässigen Quotenvergleich, weil die Margenunterschiede zwischen den Anbietern größer sind als bei der NHL. Einen Informationskanal für Kadermeldungen und Verletzungen, weil einzelne Ausfälle in einer 14-Teams-Liga stärker ins Gewicht fallen als in einer 32-Teams-Liga. Und die Bereitschaft, nicht jedes Spiel zu bespielen, sondern gezielt die Paarungen auszuwählen, bei denen die eigene Einschätzung von der Marktmeinung abweicht. Die DEL belohnt Geduld und Spezialisierung — und bestraft blindes Volumen schneller als jede andere Eishockey-Liga.